Queenstown & Tauranga (30. Januar bis 2. Februar 2025)
Meine Reise in den Norden begann mit einer Busfahrt nach Süden, zurück nach Queenstown. Mit Sack und Pack 20 Minuten zur Bushaltestelle marschieren war etwas mühsam, aber die Busfahrt selbst war angenehm. Der Sitz neben mir war frei. In Queenstown buchte ich eine Unterkunft möglichst in der Nähe des Flughafens, also in Frankton. Von der Bushaltestelle zur Unterkunft war es auch wieder ein rechtes Stück Weg, es war Nachmittag und heiss. Der Besitzer war bei meiner Ankunft nicht zu Hause, und ich hatte schon die ganze Zeit keinen Handyempfang. Ich war mir von Neuseeland ja einiges gewohnt, aber es dass direkt neben dem Flughafen keinen Mobilfunk gab, fand ich doch sehr seltsam. Es stellte sich heraus, dass mein Telefon das Problem war: Nach einem Neustart funktionierte es wieder. David, der Vermieter, war ein älterer Typ, Maler von Beruf, ein sehr herzlicher Mensch. Er unterbrach extra seine Arbeit, um mich ins Haus zu lassen. Mein Zimmer war im oberen Stock neben einem weiteren Gästezimmer, ich hatte sogar einen Balkon und es war warm genug, ihn zu benutzen. Im kleinen Gärtchen hatte es allerlei Krempel und Krimskrams, auch offensichtlichen Schrott, und auch die Wohnung war im unteren Bereich recht voll – aber Zimmer, Bad etc. für die Gäste waren sehr aufgeräumt.
Vom Zimmer aus sah ich wieder in die Berge – dieses Mal auf die andere Seite von Queenstown.
Am nächsten Morgen machte mir David einen Kaffee, liess mich etwas länger in der Unterkunft bleiben und fuhr mich dann sogar zum Flughafen. Wie so viele auf Neuseeland war auch er ein echt netter Typ.
Am Flughaben checkte ich zuerst das Gepäck ein. Die Gitarre konnte ich als fragiles Gepäck aufgeben. Dann hatte ich den kürzesten Security-Check meines Lebens: Anstehen musste ich gar nicht, nach 30 Sekunden war es erledigt. In Wellington musste ich 1,5 Stunden auf den Anschlussflug warten. Die Maschine war ein Propellerflugzeug. Obwohl der Typ neben mir sehr, sehr gross und das Flugzeug mal wieder bis auf den letzten Platz besetzt war, verlief der Flug einigermassen angenehm. In Tauranga gab es nur ein Förderband, und meine Gepäckstücke waren schon drauf, als ich kam. Wow, so einfach könnte Fliegen sein.
Die Abflug-Wartehalle im Flughafen Wellington.
Das Mietauto fand ich auf Anhieb und der Weg zur Unterkunft war sehr kurz. Ich hatte ein Zimmer bei Robynne, einer sehr netten, entspannten, aber doch ordentlichen Frau, vermutlich in meinem Alter. (Ich wollte zuerst schreiben, sie sei älter als ich, aber ich vergesse zwischendurch, wie alt ich schon bin.) Ich fühlte mich auf Anhieb total wohl hier. Das Häuschen hatte einen schönen Gartensitzplatz. Das Wetter war auch schön, ich war nur drei Minuten vom Strand entfernt. Mein Leben war wieder in Ordnung. Was für eine Erleichterung!
Am nächsten Morgen ging ich gleich nochmals schwimmen. Glücksgefühl. Ruhig, wenig Wellen, an der Sonne schon vor neun Uhr sehr warm, ich war der einzige weit und breit mit Badetuch. Ein Hund latschte mir übers Badetuch, als ob es nicht rundherum 100 Meter freien Platz gegeben hätte. Die Flip-Flops waren ein Fehlkauf: Sie schmerzten mehr als barfuss gehen auf dem rauhen Asphalt.

