Hamilton (14. bis 17. Februar 2025)
Hamilton galt als die am schnellsten wachsende Stadt Neuseelands und war nur schon deswegen einen kurzen Stop wert. Allerdings kam mir Hamilton nicht anders vor als andere neuseeländische Städte. Überall Einfamilienhäuschen, kein urbanes Zentrum, der übliche Auto-Irrsinn, und so etwas wie eine Raumplanung war überhaupt nicht ersichtlich. Und wie immer in Neuseeland: Schöne Spazierwege, vor allem dem Fluss entlang führte ein schöner Weg zu den Hamilton Gardens, einem grossen Stadtpark. Unweit der Stadtmitte hatte es einen kleinen See, der aussah wie künstlich angelegt, aber anscheinend natürlich war. Ganz nett, erholsam, aber tote Hose.
Das Wetter war trüb bis regnerisch und ich unternahm nicht viel. Ich besuchte ein Museum und einen weiteren Naturpark, das Arboretum etwas ausserhalb der Stadt. Bei dem Wetter machte mir das nur so mittelmässig Spass. Die Natur war nun auch nicht mehr so grün wie im Oktober. Ansonsten übte ich Gitarre. Ich war faul diese Tage, auch weil ich meistens schlecht schlief. Beide Schultern schmerzten immer noch und das Bett war ziemlich hart. Es war auch recht laut, ich musste nachts das Fenster schliessen und die Klimaanlage laufen lassen.
Im Museum.
Ich hatte ein Zimmer im Haus von Linh, einer Vietnamesin, und Raj, einem Inder. Sie waren ein junges Ehepaar. Raj war eine merkwürdige Gestalt. Er war mir eigentlich sympathisch, wirkte beim Reden immer auf eine freundliche Art amüsiert, und es war eindeutig, dass man eine Menge Spass mit ihm haben konnte. Andererseits redete er zu Freunden in Anwesenheit von Linh über «my wife», als ob diese gar nicht da wäre. Einmal sagte er ihr auch, sie sei eine dumme Frau. (War sie nicht.) Er schien versessen auf Statussymbole und darauf, möglichst viel Geld zu machen. Linh war nur selten zuhause, schrieb mir dann aber ein ziemlich negatives Feedback auf Airbnb. Ich hätte die Küche nicht immer sofort aufgeräumt. Das stimmte, aber ich wusste nicht, dass das von mir erwartet wurde.

