David Lee

Web 1.0

Auckland (7. bis 9. März 2025)

Ganz zum Schluss meines Neuseeland-Aufenthalts musste ich wieder nach Auckland, weil von da mein Rückflug ging. Glücklicherweise konnte ich zwei Mal bei Petra und ihrer Familie übernachten. In einem Hotel oder Airbnb wäre es womöglich sehr umständlich geworden: Da muss man normalerweise am Morgen raus, mein Flug ging aber erst um Mitternacht – und ich hatte sehr viel Gepäck.

Leider waren die letzten Tage nicht so toll. Erstens ging es mir gesundheitlich nicht gut, ich hatte Verdauungsprobleme und ich war unfassbar müde. Zweitens war die Stimmung in der Familie nicht gut, ich fand aber nicht heraus, was genau das Problem war. Und drittens zeigte mir das neuseeländische Wetter zum Abschluss noch einmal, weshalb es als so unberechenbar gilt.

Am ersten Tag war das Wetter okay. Ich kam am Mittag an und wir – Petra, ihre beiden Töchter und ich – machten am Nachmittag einen Ausflug zu den Karamatura Falls. Das ist ein Wasserfall westlich von Auckland in einem Wald. Unterwegs stoppten wir beim Huia Point, der eine schöne Aussicht aufs Meer bot. Louisa, die kleinere Tochter, fing ständig diese riesigen Zikaden, die es hier überall hatte, und hielt sie lange in den Händen, bevor sie sie wieder freiliess. Selina, die ältere, maulte zuerst herum, weil wir nicht an den Strand fuhren, und dann auf dem Weg zum Wasserfall, weil wir angeblich den falschen, viel zu weiten Weg genommen hatten. Am Wasserfall war es mir eigentlich zu kalt zum Baden, zumal alles im Schatten lag. Die drei Vertreterinnen vom angeblich schwachen Geschlecht kannten da aber nichts. Ich tauchte dann auch noch kurz ins Wasser, nur um festzustellen, dass es tatsächlich saukalt war.

Karamatura Falls

Am zweiten Tag war es entgegen der Wetterprognose trüb, am Morgen regnete es sogar kurz. Als es am Vormittag sonnig wurde, fuhren wir doch noch wie geplant an den Muriwai Beach an der Westküste zum Baden. Dieses Mal war Keith auch dabei. Er wirkte irgendwie genervt, ich wusste aber nicht, ob es wegen mir war oder wegen der Familie oder wegen etwas ganz anderem. Selina schnauzte erst Keith an und schmatzte dann die ganze Fahrt laut Chips und Popcorn, bis nichts mehr da war. Neben dem Strand befand sich die Muriwai Gannet Colony, wo unzählige Tölpel nisteten. Die Szenerie war beeindruckend, ebenso der Gestank der Vögel. Leider hatte ich meine Kamera nicht mitgenommen und musste mich mit Handyfotos behelfen.

Muriwai Gannet Colony

Am Strand wurde eine Picknickdecke ausgerollt und wir assen Sandwiches. Der Ozean war hier alles andere als warm, doch erneut zeigten sich die drei Kiwi-Ladies völlig unbeeindruckt. Sie blieben lange im Wasser. Es hatte hohe Wellen, an Schwimmen war nicht zu denken. Nach einiger Zeit fing es an, stark zu winden. Ich war schon längst wieder am Strand und zog erst das T-Shirt an, dann den Pullover, es half alles nichts – ich fror. Nun wurde es offensichtlich sogar den Einheimischen zu kalt, sie verliessen den Strand in Scharen. Wir waren bald die einzigen hier, als die drei endlich aus dem Wasser kamen, machten wir uns auch auf den Weg zum Auto.

Mein letzter Tag in Neuseeland verlief weitgehend ereignislos. Petra fuhr am Morgen mit den Kindern zum Zelten, ich war dann alleine mit Keith im Haus. Wir redeten etwas miteinander, er bot mir auch an, mich zum Flughafen zu fahren. Noch immer fand ich die Stimmung aber seltsam. Nach wie vor hatte ich Verdauungsprobleme, ich musste am morgen etwa drei oder vier Mal aufs WC. Trotz schönstem Wetter bleib ich zu Hause und streichelte den süssen Hasen, der öfter mal in mein Zimmer hoppelte. So fing die Warterei eigentlich schon am Morgen an, dauerte den ganzen Tag und setzte sich dann am Flughafen fort, weil der Flug verspätet startete. Wir stiegen erst nach ein Uhr Nachts in das Flugzeug. Zuvor fuhr ich noch den Mietwagen zu einer Drop-Off-Station und Keith, der mit seinem Auto mitfuhr, brachte mich das kurze Stück an den Flughafen, damit ich für die zwei Kilometer nicht nochmal den Bus nehmen musste.